Im Alltag passieren so schöne Geschichten - erzählenswert und wunderbar - eben Alltagswunderbarkeiten - meine Lieblingsgeschichten erzähle ich hier in meinem Blog: 

22.07.2020

„Zeigt der Schutzmann Brust und Rücken musst du auf die Bremse drücken“

Mit diesem eindringlichen einfachen Satz haben wir früher gelernt, wie wir uns im Straßenverkehr verhalten müssen. Egal was sonst so los war – die Botschaft von Brust und Rücken des Schutzmannes war klar - für unsere eigene Sicherheit. Er stand auf einem kleinen Podest, mitten auf der Kreuzung. So war er für alle gut sichtbar und hatte den Überblick. Es konnte also kaum etwas schief gehen. Er hat gesehen, was auf die Kreuzung zukam, hat bemerkt, wenn Gefahr drohte und wann er schnell reagieren musste. Der Schutzmann wusste Bescheid und das Signal war denkbar einfach: Brust und Rücken = anhalten. Da es im Leben nicht nur darum geht anzuhalten und zu bremsen geht der Satz noch weiter: „Siehst Du seine Hosennaht, hast Du freie Fahrt“. Diese Reime sind so wunderbar! Sie sind einfach und klar, für jeden verständlich. Es gibt keine Varianten und keine Eventualitäten, die es irgendwie kompliziert machen könnten.

Wir haben auch einen Schutzmann, einen eigenen, ganz persönlichen. Er passt auf uns auf und ist immer für uns da - unsere innere Stimme. Die sagt uns ganz deutlich und klar was gut für uns ist und was nicht. Sagt uns, wo wir anhalten und „Nein“ sagen dürfen und wo wir alle Kräfte zur Verfügung haben und fröhlich durchstarten können. Leider sind wir oft mit so vielen Sachen gleichzeitig beschäftigt, dass wir nicht auf unseren inneren Schutzmann hören. Eine beliebte Variante ist auch: das Signal zwar zu hören und zu sehen, aber am Ende trotzdem genau das Gegenteil davon zu tun, weil wir meinen schlauer zu sein.

Wir rempeln unseren Schutzmann an, wir schubsen ihn zur Seite und fangen an zu diskutieren. Wir wollen, dass er seine Meinung ändert. Im schlimmsten Fall fahren wir einfach über ihn drüber und beschweren uns am Ende über das Chaos. Wir meckern darüber, dass die Signale gar nicht sooo eindeutig waren und vor allem immer schwächer werden. Aber wie soll er denn auch… geschubst und umgefahren? Das Gute ist, dass unser Schutzmann uns nicht im Stich lässt und sich ganz einfach wieder aufpäppeln und zu voller Kraft bringen lässt. Wir müssen nur wieder lernen ein bisschen achtsamer mit uns selbst zu sein. Unserem Schutzmann gibt das die Chance sich von dem letzten Anrempler zu erholen, sich kurz zu schütteln und seine Position wieder einzunehmen.

In ruhigen Momenten haben wir die Chance ihn zu hören, deutlich und klar, können lernen ihm wieder zu vertrauen, bis es läuft mit der Kommunikation und dann auch im größten Trubel ein eingespieltes Team sein.

Von meinem kann ich sagen, dass er immer Recht hatte, was ich manches Mal leider erst dadurch erfahren habe, dass ich ihn mit Vollgas umgefahren habe und dann da stand, in dem selbst angerichteten Schlamassel. Heute weiß ich, dass er weiß was er tut - ganz sicher!

Heyka - 16:23:53 @ Alltagswunderbarkeiten | Kommentar hinzufügen



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